Friede sei mit Euch
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Der Friede sei mit Euch

Mitten in einer Zeit, in der zahlreiche Menschen in Bombay einem grausamen Attentat zum Opfer fallen, in der viele Menschen in Indien um ihr Leben fürchten; mitten in einer Zeit, in der viele Opel-Mitarbeiter um ihre Arbeitsstelle bangen, in der Existenzen aufs Spiel gesetzt werden; und wieder einmal mitten in einer Zeit, in der immer noch gemordet und gehungert, in der Leben achtlos weggeworfen wird, feiern wir das Fest der Liebe und des Friedens. Es ist auch die rastlose Zeit, in der wir von einem Termin zum nächsten hetzen, in der Verträge noch fürs kommende Jahr geschlossen werden; es ist nicht wirklich eine Zeit, aufzuatmen und zu warten.

Feiern wir überhaupt Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu, das Fest der Familie, der Liebe und des Friedens? Oder ist es nur die innere Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Frieden? Wir schenken uns vielleicht nur ein Stück Glück, das wir in eilig gekauften weihnachtlichen Mitbringsel verpacken; Glück für eins/ zwei Tage, denn dann müssen wir weiter: Schaffen, schaffen... Bei vielen geht es weniger um die Überzeugung, weniger um den wahren Glauben, sondern es geht um den Glanz der Lichter, um die festlichen Lieder, um die glücklichen Gesichter. Sie, die einmal im Jahr zu Weihnachten die Kirche besuchen, möchten den Alltag vergessen, möchten dieses Stückchen Glück mitbekommen, einmal im Jahr.

Wir leben in einer rastlosen Zeit, in der – so habe ich manchmal das Gefühlt – selbst Weihnachten wie ein angenehmer Zeitvertreib konsumiert wird. Aber so richtig will die Freude nicht aufkommen, wir lassen uns unter Druck setzen, hetzen von einem Termin zum nächsten und kaufen uns in den Supermärkten Freude ein.

Glücklich diejenigen, die Urlaub haben. Denn sie genießen die Ruhe an den Weihnachtstagen. Viele Menschen stehen auch an diesen Tagen im Dienste des Patienten, der Einsamen, der Armen. Hier sind sie vielleicht zu suchen und zu finden: Die wahren Engel. In diesem Sinne: Der Friede sei mit Euch!


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